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Maskiert

Hinter mir liegt eine Woche voller neuer Abläufe und Kontakte. Ich habe mein Praktikum in der Patientenabrechnung eines Krankenhauses begonnen. So spannend Neues auch ist, die Veränderungen sind manchmal schwer auszuhalten. Neue Gesichter und Namen, andere Wege und dieses Gefühl, fremd zu sein.

Die Kollegen sind alle nett, ich werde gut und schrittweise eingearbeitet, ich habe einen sehr reizarmen Arbeitsplatz, was ich so noch nie hatte. Und dennoch tue ich mich schwer damit, mich auf das Neue einzulassen.

Ich bin nicht mehr in meinen gewohnten Strukturen mit den Leuten aus der Schule, die ich gut kenne, die mich gut kennen, vor denen ich nichts verstecken muss und wo ich nicht die Starke spielen muss. Wo meine verletzlichen Zeiten da sein konnten, ohne dass ich dadurch Nachteile gehabt habe.

Meine momentane neue Rolle und die vielen Belastungen der letzten Zeit haben dazu geführt, dass ich wieder eine harte Fassade um mich errichtet habe. Nach außen funktioniere ich, wirke vielleicht sogar fröhlich und selbstsicher.

Innerlich aber fühle ich mich leer, einsam und ziemlich ruhelos. Die Angst vor allem Ungewissen, der Druck, nicht ausfallen zu dürfen und zu wollen, viele schmerzhafte Abschiede und familiäre Herausforderungen fressen mich auf. Das Einzige, was geht, ist zu funktionieren und nicht viel blicken zu lassen, wie es mir wirklich geht. Zumindest bis jetzt…

Auf sachlicher Ebene funktioniere ich meistens noch prima. Arbeiten kann ich gut. Aber sozial-emotional geht mal wieder fast nichts mehr. Meine Maske ist ein Schutz nach außen, um mich nicht verletzlich zu zeigen, um durchzuhalten. Aber sie verhindert Nähe auf der anderen Seite und strengt wahnsinnig an, sorgt für schlaflose Nächte.

Kennst du das auch, eine Maske zu tragen, um nicht unangenehm aufzufallen und dich anzupassen?

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